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28.07.2016

Klima für Aufbrüche schaffen

Pastoralwerkstatt: Empfehlungen werden nach der Sommerpause übergeben

Die Pastoralwerkstatt war ein inspirierende Auftakt. Jetzt müssen vor Ort Entwickungsprozesse angestoßen werden. Foto: Fotolia

LIMBURG.- Den eingeschlagenen Weg weitergehen, über Grundhaltungen nachdenken, wichtige Fragen klären, Kommunikation fördern und ausreichend Ressourcen bereitstellen - dies sind Empfehlungen, die die Perspektivgruppe nach der Pastoralwerkstatt in Hofheim am 11. Juni erarbeitet hat. Die Gruppe aus etwa 50 Personen war sowohl mit der Vorbereitung der Pastoralwerkstatt als auch mit deren Auswertung beauftragt worden. Um Empfehlungen für die weitere kuriale und synodale Beratung zu erarbeiten, hatte sie sich am 8. Juli im Priesterseminar getroffen.

Motivierender und inspirierender Auftakt

Die Perspektivgruppe hat eine sehr positive Bilanz der Pastoralwerkstatt gezogen, berichtet Martin Klaedtke, Koordinator für den Kirchenentwicklungsprozess im Bistum Limburg: "Natürlich hatten wir in Hofheim nicht ausreichend Zeit, alle Themen ausführlich zu diskutieren. Aber die Pastoralwerkstatt war ein Auftakt und für viele eine motivierende und inspirierende Veranstaltung", sagt Klaedtke. "Sie hat Impulse gegeben, um an vielen Orten im Bistum Limburg lokale Entwicklungsprozesse zu beginnen oder fortzuführen." Die Perspektivgruppe habe sich dafür ausgesprochen, diesen eingeschlagenen Weg konsequent und entschlossen fortzusetzen.

Für den künftigen Prozess seien Grundhaltungen benannt worden, die wesentlich für ein Gelingen des weiteren Entwicklungsprozesses seien: "Dazu gehören der Aufbau von Vertrauen und die Entschlossenheit, Partizipation zu fördern", zählt Klaedtke auf. "Es geht darum, Mut zu haben, im Hören auf das Wort Gottes und im Blick auf die Zeichen der Zeit das Evangelium in neuen Formen zu verkünden", sagt Klaedtke. "Und es ist wichtig, Freude am Experimentieren zu entwickeln, um neue Wege zu gehen. Dass dabei auch Fehler geschehen können, sollte nicht entmutigen, sondern Lernmöglichkeiten eröffnen. Es gilt ein Klima zu schaffen, in dem Aufbrüche entstehen können."

Neue Gruppe soll Prozess begleiten

Zur weiteren Unterstützung des Kirchenentwicklungsprozesses in den Pfarreien und im Bistum empfiehlt die sich nun auflösende Perspektivgruppe die Einrichtung einer neuen prozessbegleitenden Gruppe. "Diese Gruppe sollte unterschiedliche Perspektiven aus dem Bistum, pastoraltheologische Kompetenz und den Blick von außen miteinander verbinden", erklärt Klaedtke. "Außerdem sollte sie dem Anliegen einer partizipativen Kirchenentwicklung verpflichtet sein und im Zusammenwirken mit den synodalen und kurialen Gremien Sorge tragen, dass Prozesse diesem Ansatz entsprechen." Bei der Berufung der Mitglieder sei darauf zu achten, dass die Zusammensetzung in einem transparenten und nachvollziehbaren Verfahren geschehe.

Eine solche Gruppe allein reiche aber nicht aus. "Die Perspektivgruppe ist der Überzeugung, dass auch neu nachgedacht werden müsse - beispielsweise über die Teilhabemöglichkeiten von Frauen an Leitungsaufgaben ebenso wie über das künftige Verhältnis von Gemeinden im Netzwerk einer Pfarrei und über neue Orte, an denen sich Kirche bildet." Auch die Frage der Erkundung von Formen ehrenamtlicher Gemeindeleitung, die in einigen deutschen Diözesen bereits erprobt wird, sei zu bedenken. Darüber hinaus empfehle die Perspektivgruppe die Überprüfung der Möglichkeiten zur personellen und finanziellen Unterstützung von Entwicklungsprozessen vor Ort. "Entwicklungsprozesse benötigen Unterstützung in vielfältiger Hinsicht, damit sie vor Ort noch besser und zielgerichteter möglich werden", meint Klaedtke.

Der begonnene Prozess einer lokalen Kirchenentwicklung bietet nach Überzeugung der Perspektivgruppe viel Potential für die Zukunft des Bistums. "Die Mitglieder der Perspektivgruppe sind zuversichtlich, dass sich der künftige Bischof, Monsignore Dr. Georg Bätzing, den begonnenen Prozess zu eigen macht."

Das Ergebnispapier der Perspektivgruppe wird nach der Sommerpause an die synodalen und kurialen Gremien sowie dem künftigen Bischof überreicht. Danach veröffentlichen wir das Dokument.